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Der Verfassungsrichter Udo Di Fabio hat anlässlich des zweihundertsten Geburtstags des „Solinger Tageblattes” eine bemerkenswerte Rede gehalten. Es geht um die Verdienste der freien Presse in der Vergangenheit - aber auch genauso um ihren Wert für die moderne Entwicklung, geprägt durch Globalisierung und das Internet.

Man muss Di Fabio sicherlich nicht in allen Punkten folgen. Insgesamt ist die Rede aber absolut lesenswert und von großer Fachkenntnis getragen.

Teil 1 im Solinger Tageblatt.

Teil 2 im Solinger Tageblatt.
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Kommentare

* DiFabio 26.08.2009 11:25
ist so dermaßen *edit: Schmähkritik entfernt*.

http://www.sueddeutsche.de/,ra4m1/kultur/960/485387/text/
* Simon 26.08.2009 15:48
Sie wollen die Vorurteile von Di Fabio widerlegen, und bestätigen sie doch nur. Eigentor. ;-)

Ich finde allerdings auch, dass die Thesen von Di Fabio dort schwach werden, wo es um das Internet geht. Die Wikipedia ist längst nicht so anonym, wie sie Di Fabio beschreibt, und das Internet ist nicht das undurchschaubare chaotische Konglomerat, als das Di Fabio es offenbar wahrnimmt.

Ich frage mich auch, ob die von Standesbewußtsein und bürgerlich-demokratischem Selbstverständnis geprägten Zeitungsmacher des 18. Jahrhunderts wirklich vergleichbar sind mit den Massenmedien von heute. In der Praxis ist es halt nicht so einfach.

Strittig finde ich vor allem auch diese These:

> "Die Presse ist die Metaebene des politischen Prozesses, eine Reflexionsinstanz, in der Politik für den Bürger - und auch für viele Politiker - überhaupt erst ihre Einheit, ihre wahrnehmbare Gestalt findet. Das politische Geschehen, also die Gesetzgebung, die Ämtervergabe, Verwaltungsentscheidungen, wären für den Bürger in ihrer Komplexität ohne Presse und Rundfunk, ohne journalistische Aufbereitung und Systematisierung schlechterdings nicht zu verstehen, nicht als irgendwie geordnete Einheit erlebbar. (...) Das tatsächliche Geschehen so abzubilden, dass es bekömmlich, anschlussfähig ist: Dazu bedarf es einer radikalen Vereinfachung, es bedarf der Übersetzung. Die Presse wählt aus, was ihr wichtig ist; damit konstituiert sie geradezu das politische Zentrum der Demokratie, weil dasjenige für alle von öffentlichem Interesse wird, was für Presse und Rundfunk von öffentlichem Interesse ist."
Die aktuelle Politikberichterstattung orientiert sich fast ausschließlich an Personalentscheidungen und personalen Machtkämpfen - die inhalte, die dahinter stehen, kommen kaum vor. Mich erinnert das häufig eher an Sportberichterstattung denn an einen politischen Diskurs.

Ob das Internet mit seinen Narrowcasts (wie Telemedicus einer ist) nicht besser dafür geeignet ist?
* Ein Verehrer 27.08.2009 10:28
Simon ist lustig.
Immer wenn eine Situation in die Richtung eines Streitgespräches oder einer Auseinandersetzung tendiert, kehrt er in seinen Kommentaren zum vornehmen "Sie" zurück. Köstlich!
* Simon 27.08.2009 10:50
Hilft. :-)

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